top of page
  • sigizitzart

Mein erstes Hanami und andere Schätze.




Intro


Vielleicht bin ich einfach eine Person, die die Natur ganz intensiv erleben kann.

Die Natur und ich. Ich liebe das.

Eigentlich sind wir ja gar nicht voneinander getrennt. Ich bin auch Natur. Das sind alle Menschen.

Dann erlebe ich eben das, was blüht ganz intensiv. Das Leben.

Ja, vielleicht bin ich jemand, der das Leben ganz intensiv erleben kann.“







So oder ganz ähnlich waren neulich meine Gedanken im Park vor unserer Haustür. Es ist Sakura (Kirschblüte) Zeit. Naturbegeisterung ist ansteckend und vielleicht springt beim Lesen dieses Textes ein Funke davon auf dich über.


Die Kirschblüte wurde hier sehnsüchtig erwartet. Auch von mir. Es gab sogar Prognosen bzgl. eines Datums der Blütezeit. Auch im Japanischkurs wurde und wird spekuliert, wie lange wir die Blüten wohl noch bestaunen dürfen. Denn so wunderschön sie auch sind, so schnell verschwinden sie auch wieder. Hanami- das ist das bewusste Bestaunen von Kirschblüten.



Ich sehe hier jeden Tag junge und ältere Menschen im Park, die bei einem Picknick zu Mittag essen. Beschäftigte, die sich Zeit nehmen um Fotos an den Bäumen zu machen und einzelne Blüten zu betrachten. Schon alleine andere dabei zu beobachten, wie sehr sie die Natur genießen, macht mich sehr glücklich. Sowieso gehört die Natur zu einer meiner Lebenslieben. Und diese Wertschätzung der hübschen Blüte seitens meiner Umgebung, bringt auch mich dazu, sie umso intensiver zu bewundern. Wie gesagt. Naturverbundenheit überträgt sich.


Eine spannende Frage ist, in welcher Beziehung verschiedene Kulturen und auch einzelne Personen mit der Natur stehen. Ich hatte sehr viel Glück (und habe bestimmte Prioritäten gesetzt;)) und durfte schon einige Länder und Landschaften kennenlernen, die von einem außerordentlichen Naturreichtum geprägt sind.

Ich habe den Eindruck, dass es auf die direkte Umgebung aber auch auf die Werte einer Kultur ankommt, in wie weit die Natur wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

Ich habe mal eine Weile lang im Regenwald gelebt und mich dort anfangs vor den Spinnen, Kakerlaken, bis hin zu den Kröten, die quasi meine Mitbewohner waren, geekelt. Irgendwann aber, habe ich sie als ganz normal empfunden. Diese Nähe zu Pflanzen und Tieren war für mich nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, ein sehr große Bereicherung. Sie führte auch dazu, dass ich mich wie ein Teil der Natur fühle und nicht nur wie eine Besucherin der Natur.


Wie ist das in Deutschland? Wie wird dort die Natur wahrgenommen? Spielt sie überhaupt eine entscheidende Rolle im Alltag? Ich glaube, das könnte sich durch den Lockdown etwas verschoben haben. Da musste man ja hier und da auf einen Spaziergang in der Natur ausweichen, um dann vielleicht festzustellen, dass sie einige ungeahnte Schätze besitzt.





Diese Woche habe ich ein Hanami mit ein paar interessanten Leuten (natürlich mit Abstand;)) gemacht und werde das noch ein paar wiederholen, bis die kurzlebige Blüte verschwindet. Es handelte sich um eine Gruppe von Menschen aus aller Welt. Geschichten aus der Wirklichkeit anderer Kulturen zu hören und sogar mitzuerleben ist für mich eines der schönsten Dinge an meinem Reiseleben.


Und wie fühlt sich das an, wenn man durch einen Park übersät von Blüten läuft?

Wahrscheinlich kennst du diese Frühlingsvibes, die mit dem Start der ersten Blüten im Jahr beginnen.

Kirschblüten fühlen sich wie eine sehr gesunde Überdosis Frühling an.

Es ist wirklich wunderschön, lebendig und duftend. Auch jetzt, wo die Blätter wie Schnee von den Bäumen rieseln.


Vor Kurzem habe ich hier gelesen, dass die Kirschblüte ein Teil der japanischen Seele ist.

Was für eine schöne Beschreibung. Diesen Enthusiasmus über eine Blüte und die Wertschätzung einzelner Momente im Park, habe in dieser Form nirgendwo anders gesehen.



Die Kirschblüte kann also auch aus meiner Sicht als ein Teil der japanischen Seele beschrieben werden. Und nun auch als Teil meiner eigenen.


Sigi











Comments


bottom of page